Es ist wieder soweit. Seit 2 Monaten schwirrt Inktober in meinem Kopf herum und, – für die die es nicht schon erraten haben, INKtober ist im Oktober.

Seit ein paar Jahren kursiert in allen möglichen social media Kanälen der hashtag #inktober. Dahinter verbergen sich wunderschöne Illustrationen und Zeichnungen endlos vieler Profis und Hobby-Künstler, die gezielt zu INKtober die Stifte raus holen.
Als challenge gedacht, ist es die Aufgabe zu vorgegebenen 31Worten, innerhalb von 31Tagen, 31Bilder fertig zu stellen.
Klingt einfach? Ist es nicht.

Dennoch ist Inktober für jeden. Auch für dich. Selbst wenn du noch nie gezeichnet hast. So lange du eine Linie und einen halbwegs runden Kreis zu Papier bringen kannst, hast du alle Qualifikationen um mit zu machen.

Material – Stift und Papier


Zwar muss man sich bei INKtober keinen Farbexpermimenten widmen, da die Hauptkomponente Ink, also Tinte, demnach schwarz sein soll, aber schon da gibt es scheinbar endlos viele Möglichkeiten.
Pigment Liner von Sakura, Micron, Staedler, Pentel und wie sie alle heißen in verschiedenen Strichbreiten, kursiv oder als Pinsel. Oder doch ganz klassisch die Zeichenfeder mit der man erst lernen muss auf Papier herum zu kratzen? Die Tintenflecke haben Charme, nicht nur auf Papier, sondern auch auf der Kleidung. Wasserfeste oder wasserlösliche Tinte? Mit beiden kann man mit Pinsel und Wasser spannende Effekte erzielen.

Was besonders wichtig ist: Das Papier. Keine Kunst, ohne gutes Papier. Und man kann nie wissen wann ein Kunstwerk entsteht.
Mit Tinte und Co. ist nicht zu spaßen, denn viele Papiersorten lassen die Tinte auf der nächsten Seite durchschimmern und ruinieren unter Umständen das vorangegangene Meisterwerk. Also Augen auf, beim Papierkauf.

Der lange Atem

Leider wird man (vor allem an Anfang, wenn man noch keine Routine aufgebaut hat) nicht jeden Tag von der Muse geküsst. Aber das ist auch nebensächlich. Denn manchmal geht es auch nur darum uninspiriert durchhalten.
Und genau daran scheinen viele zu scheitern. Mitte Oktober geben viele auf und legen die Stifte weg. Manchmal kommt das Leben dazwischen, da ist man mit den Gedanken auf einmal ganz woanders, aber meistens geht einem nur die Puste aus. Der Zeitaufwand geht je nach Idee und Anspruch von bis, aber vor allem das tägliche Zeichnen zur Gewohnheit werden zu lassen ist eine Herausforderung.


Aber schon nach wenigen Tagen beginnt sich das eigene Werk zu entfalten. Vor allem in einem Buch sehen ein paar fertige Zeichnungen schon so aus, als könnte man bald durch einen fertigen Bildband blättern. Die Fehler, die bei einem einzelnen Bild so präsent waren, verschwinden in der Fülle der unterschiedlichen Motive, Strukturen und Linien. Es geht eben doch auch um Quantität.

Mein Inktober

Vor drei Jahren habe ich das erste Mal etwas von Inktober mitbekommen, allerdings erst als es schon deutlich auf November zuging. Ich war begeistert von all den schönen Zeichnungen und Illustrationen, die so einfach gemacht waren. Das wollte ich auch unbedingt probieren.
Im folgenden Jahr verpasste ich Oktober fast; am letzten Septembertag fiel mir ein, dass da doch was war… Also zeichnete ich schnell drauf los, mit dem was ich hatte und fühlte mich gehetzt. Zwar kamen doch ein paar schöne Bilder dabei raus, aber so richtig zufrieden war ich damit nicht.
Die Zeichnungen landeten in meinem kleinen A6 Leuchtturm Notizbuch. Ich wollte mehr Arbeit in die Bilder stecken, wusste aber nicht an welcher Stelle. Zudem merkte ich, dass man schwarz-weiß Bilder doch konzeptionell gut aufbauen muss, um Kontraste, die einen durchs Bild führen, an der richtigen Stelle zu setzen. Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt immer noch viel mit mir selbst und meiner Trauer beschäftigt… Kein guter Zeitpunkt für Inktober.


Enttäuscht von mir selbst, schwor ich mir, INKtober im nächsten Jahr durchzuhalten. Schon im August dachte ich an diese challenge und konnte kaum den Termin für die Veröffentlichung der Prompts abwarten.
Diesmal habe ich mich vorbereitet. Ich war bei boesner, suchte mir sorgfältig ein kleines Büchlein aus, und holte genügend Stifte, mit denen ich zeichnen wollte.
Ich fing schon im September an, auch mit Freunden, hin und her zu überlegen, was man denn malen könnte und was ein interessantes Thema wäre. Ein paar Ideen hatte ich und habe sie auch vorgezeichnet, so verschaffte ich mir vor allem für den Anfang der challenge etwas Zeit…

Inzwischen sind ein paar Zeichnungen fertig und ich poste regelmäßig auf meinem Instagram Profil. Es liegen noch einige Tage vor mir und ich weiß, dass es noch anstrengend wird. Aber ich freue mich jetzt schon, wenn ich durch das Büchlein blätter und dabei zusehe wie mein Inktober 2020 entsteht.

Dein Inktober

Man muss kein “guter” Künstler sein, um bei INKtober mitzumachen. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Beispielweise habe ich letztes Jahr Andrea entdeckt, die weder zeichnete, noch malte, sondern zu jedem Wort etwas auf ihrem Piano spielte. Ich war begeistert. Auch wild we roam war dabei und zeichnete einfach nur was sie sah, ohne den Anspruch zu haben, die eine grandiose Künstlerin zu sein.
Das Besondere ist, dass das was ist, durch dein Auge und deinen Geist, in deine Hand und aufs Papier gelangt. Und allein dadurch wird es einzigartig. Du lernst durch das Zeichnen auch das Sehen. Linien, die deines Wissens nach gerade sind, werden krumm, rechte Winkel haben keine 90° mehr und Schatten machen sowieso was sie wollen.
Du stehst nicht unter Druck deine Bilder zu veröffentlichen. Du kannst sie für dich behalten. Vielleicht erkennst du erst im nächsten Jahr oder erst viel viel später was du wundervolles geschaffen hast. Dennoch musst du eins dafür machen: Papier und Stift in die Hand nehmen und es tun.

6 thoughts on “Inktober 2020

  1. Liebe Vika das hast du so toll erzählt ich finde es spannend jedes Bild hat eine Geschichte und doch sind es nur Momente die so nicht wiederkehren werden in unserem Leben freue mich auf inktober 2020❤

  2. Hey Vika.. es ist einfach sehr cool mit dabei zu sein.. du machst das super toll und auch Menschen, die davon noch nie gehört haben ( wie ich) bekommen Lust auf einen Inktober .. und ihn zu seinem inktober zu machen..
    Dankeschön

    1. Danke <3
      Es gibt Dinge, die sollte man wenigstens einmal im Leben gemacht haben. Der Erfahrung willen, aber auch um heraus zu finden, ob man nicht doch Talente hat, die man bisher überhaupt nicht beachtet hat. Inktober gehört definitiv dazu, weil man viel lernt. Über das was einen umgibt und über sich selbst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.